
Das neue Buch «Zusammen finden» von Amelie Funcke und Gabriele Braemer ist eine Methodensammlung rund um Haltungen, Kulturen und Werte. Es enthält 49 Methoden und 23 Geschichten, die das gegenseitige Verständigen und Verstehen auf humorvolle Art und Weise unterstützen. Auf dem Weg zum «Zusammenfinden» begegnen die Teilnehmenden nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst.
Eine Katze muss angebunden sein
So manche (vermeintlichen) Wahrheiten, Rituale und Gewohnheiten werden als gegeben hingenommen und nicht mehr hinterfragt. Daran erinnert die Geschichte von der angebundenen Katze. Sie regt an, genauer hinzuschauen und die sinnvollen Denk- und Handlungsroutinen von den Überholten zu unterscheiden. Wenn Sie in der Gruppe z. B. ein Klima des «Beharrens» spüren und sich Einzelne oder die Gruppe nicht vom Fleck bewegen, können Sie diese Geschichte als Impuls nutzen, um das Thema auf den Tisch zu bringen.
Eine Katze stört die Abendmeditation eines indischen Gurus im Tempel. Der Guru bindet sie deshalb vor dem Tor an. Als der Guru stirbt, hält der Nachfolger daran fest, dass draussen eine Katze angebunden wird. Dann stirbt die Katze. Eine neue wird angeschafft. Gelehrte schreiben lange Aufsätze, warum eine angebundene Katze vor dem Tempel für das Heil der Meditierenden zwingend notwendig ist. Am Ende verschwindet sogar die Abendmeditation – eine Katze aber bleibt angebunden.

Nach dem Erzählen ist es von Interesse, ob Einzelne oder die Gruppe als Ganzes auch «angebundene Katzen» halten. Und wenn ja, welche das sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Teilnehmenden zum Nachdenken anzuregen oder ins Gespräch zu bringen. Du kannst Kleingruppen bilden, die sich darüber austauschen, und die Ergebnisse danach im Plenum besprechen.
Oder du bittest die Einzelnen, sich ein paar Minuten Gedanken über ihre persönlichen Erkenntnisse zu machen und diese anschliessend zu notieren. Danach bildest du Paare,die sich über die Notizen austauschen. Diesen Schritt wiederholst du je nach Grösse der Gruppe ein- bis zweimal. Zum Schluss werden die wichtigsten Erkenntnisse im Plenum vorgestellt, besprochen und gemeinsame Erkenntnisse herausgefiltert.
Mögliche Fragen, die zur Erkenntnis führen:
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Woran erinnert uns die Geschichte?
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Welche angebundenen Katzen gibt es bei uns?
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Wie kam es dazu?
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Welche Katzen sollen bleiben, welche sollen ihre Freiheit wieder bekommen? Oder situationsbezogen: Welche Katze hindert uns gerade daran, weiterzukommen?
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Was ist zu tun?
Falls Sie eine Katze (zum Beispiel aus Plüsch) besitzen, wäre es toll, sie im Seminargepäck dabeizuhaben und sie an ein Tisch- oder Stuhlbein anzubinden. Verteilen Sie kleine Katzen als Erinnerungsanker. Zum Beispiel auf Ansichtskarten oder als Süssigkeit.
Die Methodensammlung «Zusammen finden» im Neuland Shop bestellen.

Autorinnen
Amelie Funcke war lange im Theaterbereich engagiert. Sie realisierte Bühnenprojekte, entwickelte theaterpädagogische Fortbildungen, hatte vier Jahre einen Lehrauftrag für Theater und trat selbst als Clown auf. Mit lebendigen und kreativ gestalteten Konzepten begleitet die Methodenexpertin seit vielen Jahren Unternehmensprozesse als Moderatorin, Beraterin und Trainerin.

Gabriele Braemer hat ihre Wurzeln in der Tourismus-Branche. Als Beraterin, Moderatorin und Spezialistin für interkulturelle Teamentwicklungen begleitet sie seit vielen Jahren Unternehmen rund um den Globus dabei, das Zusammenarbeiten optimal zu gestalten.















